In Zeiten hoher Inflation mehr Gehalt verhandeln

Gib Deinem Leben den Wert,
den es verdient.

LERNE MICH KENNEN.

Die Inflation ist in unseren Portemonnaies angekommen. Die Regierung verspricht Hilfe. Doch die Frage nach mehr Geld solltest Du jetzt auch deinem Chef stellen. Wie das geht, erfährst Du nachfolgend

Anmerkung: Dieser Artikel ist zuerst am 05.05.2022 bei FOCUS online veröffentlicht worden. Als Urheberin habe ich mir, neben kleinen Änderungen, erlaubt, die Anrede in die „Du-Form“ abzuändern.

Wir erleben derzeit Inflationshöchstwerte: die Statistik spricht von einem voraussichtlichen Verbraucherpreisindex in Höhe von 7,3 Prozent – einer Inflationsrate so hoch, wie seit 1981 nicht mehr. Für Haushaltsenergie, also Strom, Gas und andere Brennstoffe sowie Kraftstoffe muss noch tiefer in den Geldbeutel gegriffen werden: Hier sind die Preise im Schnitt um 39,5 Prozent (im Vergleich zum Vorjahresmonat) gestiegen (Quelle: Statistisches Bundesamt). Lieferkettenengpässe, Rohstoffknappheit und stillstehende Containerhäfen – die Auswirkungen der Corona Pandemie führen uns wie ein Vergrößerungsglas die Kehrseite der Medaille der Globalisierung groß und deutlich vor Augen. Deutlich spürbar, denn das Niveau unserer Gehälter wurde durch die extremen Preissteigerungen in null Komma nix um etliche Jahre zurückgeworfen. Als würde das allein nicht reichen, spitzt sich die Lage an den Rohstoffmärkten durch Putins Krieg in der Ukraine weiter zu. Wir sehen das tagtäglich Im Supermarktregal. Nach dem Corona-Trend des Klopapierhamsterns folgen Sonnenblumenöl und Mehl. Auch der Senf zu unserer Grillwurst steht schon in den Startlöchern: als neuer Kandidat auf der Hitliste der steigenden Preise. Die Folge: Das durchschnittliche Monatsnettoeinkommen in Höhe von etwa 2.000 Euro ist nur noch etwa 1.850 Euro wert. Mit anderen Worten: Unsere Gehälter sind spürbar gesunken.

„Wir haben Inflation in Rekordhöhe, die Rohstoffpreise steigen und steigen, wir haben Lieferkettenengpässe und Sie wollen jetzt mehr Gehalt?!“

„Ja, genau, jetzt erst recht!“ müsste (Konjunktiv, wohlgemerkt) die erste Reaktion lauten – „trotz oder wegen alldem!“

Bis vor wenigen Jahren sprachen wir bei einer Gehaltsanpassung in Höhe von etwa 3 Prozent noch von einem Inflationsausgleich, also der Erhaltung der Kaufkraft. Heute würde selbst eine Gehaltserhöhung von 5 Prozent rechnerisch ein Minus von über 2 Prozent bewirken. Bei unserem Beispiel von 2.000 Euro netto hieße das: Aus 2.100 Euro nach der 5-Prozent-Gehaltsanpassung wird real etwa 1.940 Euro (Rundungsdifferenzen vorhanden).

Zudem spüren wir bei einem Einkauf, dass unsere „persönliche Inflationsrate“ die Werte der offiziellen Teuerungsrate oft noch übertrifft. Der Warenkorb der Statistiker umfasst etwa 650 Güter und Dienstleistungen, mit einer Gewichtung der einzelnen Positionen und Preise an den Haushaltsausgaben, die nur alle 5 Jahre aktualisiert wird. Demnach stimmt der offizielle Warenkorb selten bis gar nicht mit unserem eigenen Einkaufswagen an der Kasse überein.

Eine nennenswerte Gehaltserhöhung müsste sich demnach in einem Bereich von 10 bis 15 Prozent oder sogar mehr bewegen. Was also tun?

Die Inflation war noch nie ein guter Grund für mehr Gehalt!

Doch die Inflation als Grund für eine Gehaltserhöhung, die den Wortteil Erhöhung auch verdient hat, anzuführen, war noch nie ein guter Rat. Selbst die momentanen Inflationshöchstwerte würden argumentativ zum Boomerang werden. Denn die Inflation betrifft uns alle: Die Produktions-, Lager-, Liefer-, Betriebskosten steigen für den Arbeitgeber genauso wie die Lebenshaltungskosten auf Verbraucherebene, wenn nicht um ein Vielfaches mehr. Die bereits erwähnten geschlossenen Seehäfen aufgrund Chinas Zero-Covid-Politik haben Auswirkungen auf den weltweiten Warentransport. Kostete ein 40-Fuß-Container auf seinem Seeweg von Shanghai nach Rotterdam im Januar 2020 noch 2.000 US-Dollar (USD), so ist dessen Preis im Januar 2022 auf sagenhafte 14.028 USD gestiegen (Quelle: Chemietechnik.de, aktuelle Preisentwicklung für Containerschiffstransporte) das sind mehr als 600 Prozent!

Die Frage ist also: Wie überzeuge ich gerade jetzt meinen Chef, dass ich mehr verdiene?

Mache dir konkret Gedanken dazu, was du in deinem Wirkungsbereich wirklich leistest. Dazu sollten deine Überlegungen für eine adäquate Gehaltserhöhung in folgende Richtung gehen:

  • Habe ich mittlerweile mehr Aufgaben im Vergleich zur ursprünglichen Arbeitsbeschreibung?
  • Habe ich größere Projekte koordiniert, betreut oder erfolgreich abgewickelt?
  • Habe ich Kolleginnen oder Kollegen angelernt oder auch geführt?
  • Habe ich entscheidende Erfahrungswerte dazugewonnen, die künftig für mehr Effizienz und noch bessere Arbeitsergebnisse sorgen?
  • Konnte ich wichtige Prozesse mit nachhaltiger Auswirkung auf die Wertschöpfungskette des Unternehmens optimieren?
  • Habe ich einen wichtigen, umsatzstarken Kunden reaktiviert oder gewonnen?
  • Habe ich eigene Ideen zur Produkt- oder Prozessverbesserung beigesteuert?
  • Konnte ich im Einkauf besonders gute Konditionen (zum Beispiel für die neue Software) erzielen?

Wage den Perspektivwechsel: Weg von der Rolle eines „Bittstellers“ hin zum Gesprächspartner auf Augenhöhe

Mache dir deinen (Mehr)Wert bewusst und mache dir klar, dass gerade in diesen herausfordernden Zeiten der „Rekordinflation“, der Pandemie (nein, sie ist leider noch nicht vorbei), der geopolitischen Spannungen und der Herausforderung durch den Klimawandel das Leben weitergeht. Die Umsätze laufen weiter, die Gewinne auch, etliche Unternehmen melden steigende Absätze, Firmen werden weiterhin übernommen und für gute Köpfe wird gutes Geld gezahlt.

Zudem fehlt es immer mehr an guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der vieldiskutierte Fachkräftemangel verschärft sich zusehends. In vielen Branchen (Pflege, IT, Mechatronik, Klempnerei, Fahrzeugbau) fehlen Fachleute. Das Werben um junge und gut qualifizierte Talente auf dem Arbeitsmarkt, der „War for Talents“ geht munter weiter.

Versetze dich in die Rolle deines Arbeitgebers. Diesen kostet es ebenfalls Zeit und Geld, eine, vielleicht deine, Stelle neu zu besetzen. Etwa ein halbes Jahresgehalt, je nach Position auch bis zu 2 Jahresgehälter oder mehr, kostet es, einen gut eingearbeiteten Mitarbeiter zu ersetzen.

Frage dich, was jetzt für deine Organisation, für dein Unternehmen zählt:

    • Vor welchen Herausforderungen steht meine Branche?
    • Wie kann es gelingen, Prozesse ressourcenschonender zu gestalten?
    • Was kann unsere Firma dazu beitragen, um umweltschonender zu werden (zum Beispiel: Recycling, Trennung von Müll in verschiedene Rohstoffe, dadurch weniger Gesamtabfall)
    • Wie kann ich zu einer guten Kundenbindung beitragen?
    • Welche Idee habe ich, um unser Unternehmen im Markt besser zu positionieren?
    • Welche Vision verfolge ich in meinem Wirkungsbereich?

    Jetzt erst recht!

      Wenn du dir diese Hintergründe bewusst machst und dir dazu noch der Perspektivwechsel gelingt, dich in die Lage deines Vorgesetzten mit seinen Beweggründen, Überlegungen oder auch Bedenken hineinzuversetzen, wirst du nicht als Bittstellerin oder Bittsteller wahrgenommen, sondern als ernstzunehmende Gesprächspartnerin auf Augenhöhe.

      Deine Zutaten für das nächste Entwicklungs- oder Gehaltsgespräch: Mut, Haltung und eine fundierte Vorbereitung!

        Jetzt gilt es, die Weichen für die kommenden Monate und Jahre zu stellen. Denn gerade jetzt zählt es, wenn die Unternehmen eine gute Kundenbindung unterhalten, Prozesse im Unternehmen optimieren oder aufsetzen, die laufenden Großprojekte erfolgreich zu Ende führen und Innovationen entwickeln. Dazu braucht es überall eine gute und mitdenkende Belegschaft. Verkaufe deinem Arbeitgeber in deinem Gehaltsgespräch deine Mehrleistung und vielleicht hast du ja die zündende Idee, wie deine Organisation die Herausforderungen durch die Digitalisierung, Abhängigkeiten von Rohstoffen, Klimawandel und demografischer Entwicklung angehen kann und was du konkret in deinem Wirkungsbereich dazu beisteuern kannst?

        Vielleicht ist es hilfreich, sich einmal Gedanken zu machen, nicht alles Just-in-Time zu fertigen, Abhängigkeiten weiter auszubauen und nahezu sämtliche Fertigungsprozesse billig (?) nach Fernost auszulagern, statt vor Ort zu produzieren. Zu teuer? Wie teuer ist nochmal der 40-Fuß-Container von Shanghai nach Rotterdam?

        Sind die fetten Jahre vorbei?

        Sind die fetten Jahre vorbei?

        LERNE MICH KENNEN.

        Sind die fetten Jahre vorbei? Gedanken zu Konsum, Nachhaltigkeit und Krise.

        Angesichts unserer täglich steigenden Ausgaben für die Lebenshaltung neigen wir schnell zum kollektiven Wegklagen: „Früher war alles besser!“ Aber stimmt das?

        Anmerkung: Dieser Artikel ist zuerst am 28.12.2022 bei FOCUS online veröffentlicht worden.

        Besser war es durch die eigene Wahrnehmungsverzerrung. Diese entführt uns in eine verklärte, mit zarten Farben übertünchte Vergangenheit, die jedoch nur Projektionsfläche unserer eigenen Gedanken ist. Sinn und Zweck dieses Gedankenspiels ist, in schlechten Zeiten für ein angenehmeres Gefühl zu sorgen, für das Durchhalten, das Ertragen von Krisen. Sonst wäre die Menschheit vermutlich längst ausgestorben. Psychologen vermuten, dass der Blick durch die rosarote Brille in die Vergangenheit uns davor bewahrt, an der Realität zu verzweifeln.

        Doch, wenn das kollektive „heute ist alles so unsicher, schwierig, schlecht planbar“ dazu führt, gar nicht erst ins Handeln zu kommen, wird es tückisch. Zu verlockend ist es, die Verantwortung mit dieser Ausrede einfach wegzuschieben. Schließlich lässt sich der riesige Berg an Problemen als einzelner Mensch ohnehin nicht lösen. Also stimmen wir wieder ein in den Chor: „Früher war alles besser!“

        War früher alles besser?

        Wenn es um den allgemeinen Lebensstandard gilt, eher nicht. Fragen wir unsere Eltern und Großeltern: Jedes Jahr dreimal in Urlaub? Alle paar Jahre ein neues Auto und neuen Fernseher? Definitiv nicht, wird die Antwort lauten.

        Ich kann – trotz Rekordinflation – volle Restaurants und Cafés wahrnehmen. Übervolle Flughafenterminals platzten noch vor wenigen Wochen aus allen Nähten. Auf Social Media grüßen Menschen aus ihrem dritten Urlaub in diesem Jahr, natürlich von hippen, instagramtauglichen „Places-to-be“. Mehrmals pro Jahr in Urlaub? Das scheint für viele Menschen Standard zu sein, und jetzt erst recht, schließlich müssen die Zeiten des Lockdowns während der Pandemie aufgeholt werden. So schnell sind die Zeiten der ruhigen, flug- und kondenzstreifenfreien Himmel und der kristallklaren Kanäle Venedigs vergessen. Das Leben geht weiter.

        Wie passt das zusammen?

        Krisen sind keine Sackgassen. Der Kalenderspruch „in jeder Krise steckt eine Chance“ darf ernst genommen werden. Aber, worin steckt denn nun die Chance in diesen Zeiten?

        Es ist eine Definitionsfrage

        Der Motor unseres Wirtschaftssystems ist das ewige Wachstum. Bereits seit den 1920er Jahren wird an der geplanten Obsoleszenz geforscht, der mit Absicht verkürzten Lebensdauer von Gebrauchsgegenständen, um die Nachfrage zu stimulieren. Wegwerfen statt Reparieren.

        Statt dem Werbeversprechen „hält ein Leben lang“ folgen wir „dem neuesten Must-have!“ Ist das die geplante Sollbruchstelle des Fortschritts? Der Genickbruch unseres Weltwirtschaftssystems mit dem Mantra des ewigen Wachstums auf einem endlichen Planeten mit begrenztem Rohstoffvorkommen?

        Leisten wir uns heute mehr Produkte, aber weniger Qualität? Sind wir früher bewusster und sorgsamer mit unserem Hab und Gut umgegangen, einfach, weil wir viel länger darauf sparen mussten und wir noch die Großeltern im Ohr hatten, die uns vom Mangel während des Krieges erzählt haben?

        Das ist die Chance

        Genau dieser Widerspruch des ewigen Wachstums auf dem endlichen Planeten ist unsere Chance. Warum werden die Herstellungs- und Entsorgungskosten von Produkten nicht in dem Endkundenpreis mit eingepreist? Warum müssen die Rohstoffe, die in unseren Elektronikartikeln eingebaut worden sind, mehrmals um den halben Erdball reisen? Warum werden sie unter widrigen Umständen aus der Erde gewonnen, dann unter prekären Umständen in ein Gehäuse eingebaut, um schließlich auf Mülldeponien unter für Mensch und Umwelt hochgefährlichen Umständen wieder aus dem Gehäuse herausgelöst zu werden, um schlussendlich wieder dem Rohstoffmarkt zugeführt werden zu können? Ein Kreislauf, aber ohne die Berechnung der Folgen für Mensch und Umwelt.

        Was wäre wenn?

          Wäre es nicht sinnvoller, die Kühlschränke, Computer, Mobiltelefone und Autos so herzustellen, dass sie länger hielten und modular aufgebaut wären, so dass bei technischen Neuerungen lediglich die entsprechenden Module ausgetauscht werden müssten? Wäre es nicht sinnvoller, dass die Hersteller für die komplette Lieferkette ihrer Produkte verantwortlich und haftbar gemacht werden können? Wäre es nicht sinnvoller, wenn die Hersteller ihre kaputten Produkte zurücknehmen, reparieren und wiederverwerten müssten, ohne sie illegal in Dritte-Welt-Länder zu verschiffen?

          Und wäre es nicht sinnvoller, wenn wir weniger Zeug bräuchten und die Dinge mehr Qualität hätten?

          Und wie wäre es, wenn die Werte Nachhaltigkeit, Müllvermeidung, Langlebigkeit wichtiger wären als das Werbesprechen des neuesten „Must-Have-it-Piece“? Und wie wäre es erst, wenn der Kapitalmarkt ausschließlich die Prinzipien der Müllvermeidung, des ökologischen Fußabdrucks und der Produktlanglebigkeit zur Bewertung von Aktiengesellschaften heranzöge?

           

          Karriere mit Kindern?

          Karriere mit Kindern?

          LERNE MICH KENNEN.

          „Wegen meiner Karriere werde ich oft nach meinen Kindern gefragt, ob sie ohne mich gut versorgt seien und ob ich kein schlechtes Gewissen hätte…meist von anderen Frauen.“

          Ich finde, diese Worte sprechen Bände.

          Bevor ich mich zu epischen Ergüssen hinreißen lasse, nur ganz kurz: Wir sind als Gesellschaft, als System – und die eine oder der andere als einzelner Mensch – noch lange nicht da, wo wir sein wollen, solange solche Erzählungen über erlebte Erfahrungen ihren Weg zu uns finden. Wie eben diese Worte, die mich neulich am Ende eines Führungskräfte-Workshops erreichten. Sie stammen von einer Mutter dreier Kinder, die in einer Leitungsfunktion in ihrem Beruf aufgeht und sich mit ihrem Partner, dem Vater ihrer Kinder, alle anfallenden Aufgaben aufteilt und die beide, wie sie sagt, ihre Familie als Team begreifen.

          Wie schnell Worte fallen…

          die durch vorschnelle Urteile und unbewusste Denkmuster gefärbte Auffassungen wiedergeben, das hat meine O-Ton-Urheberin hier in zig Gesprächen erfahren müssen. Nein, es macht sicher nicht viel Spaß, wenn man in seinem Job alles gibt, nebenbei die Familie managt und sich dann, quasi als Dank, solch vorwurfsvolle Äußerungen anhören darf – auch noch von Menschen gleichen Geschlechts, die durchaus in ähnlichen Situationen sein könnten.

          Veränderung? Ja, aber bitte nur bei den anderen

          Wie wäre es stattdessen, sich einmal mehr bewusst zu machen, dass jeder von uns, zunächst bei sich anfangen darf, wenn es um die von der Gesellschaft verlangten Veränderungen geht. Veränderung ja, aber bitte nur bei den anderen? Statt bohrender Fragen und dem Appell ans schlechte Gewissen kann ich mich auch wohlwollend und empowernd, wie es so schön neudeutsch heißt, äußern. Warum Widerspruch statt Zuspruch? Warum Ressentiment statt Respekt?

          Große Veränderungen beginnen im Kleinen

          Fängt es nicht schon in kleinem Rahmen mit solchen Gesprächen an, wenn wir uns auf der anderen Seite im Großen Veränderung wünschen? Wie ruhig ist es jetzt wieder um die Schlagworte „Frauen in Führungspositionen“, „Lohngerechtigkeit“, „Chancengerechtigkeit“ und so weiter geworden. Alles wieder verstummt. Wird es bis zum nächsten März so bleiben? Werden erst dann wieder die Klickzahlen nach oben schnellen, wenn Frauen mehr Sichtbarkeit und Unterstützung fordern?

          Respekt und Offenheit

          Ich finde, nein! Es sollte jeden Tag so sein, dass wir uns mit Respekt und Offenheit begegnen, statt mit Vorurteilen. Und das tat ich im Gespräch mit meiner Gesprächspartnerin: Ich habe sie ermutigt, sich auf die Menschen zu konzentrieren, die sie unterstützen, sich nicht in die Rechtfertigung vor allzu schnellen Verurteilungen zu begeben, sondern weiterhin ihr Ding zu machen, weil sie sich dafür entschieden hat und weil es ihr Weg ist, den sie gehen will, und das finde ich klasse.

          Soweit mein Appell für mehr Miteinander statt gegeneinander.

          Wie siehst du das? Hast du ähnliche Erfahrungen als beruflich engagierte Mutter gemacht oder kennst du ähnliche Geschichten?

          SUSAN J. MOLDENHAUER

          Autorin | Coach | Speakerin

          Bei Fragen sprich mich gerne direkt an.

          Zu unbequem?

          Zu unbequem?

          LERNE MICH KENNEN.

          „Wirke ich zu unbequem…?“

          Eine Frage, die so viel offenbart.

          Diese Frage erreichte mich nach einem meiner Vorträge zum Themenfeld: Klarheit schaffen, Ziele setzen, Kommunikation und Verhandlung, für sich einstehen, sich (beruflich oder privat) weiterentwickeln, den eigenen Weg finden und auch gehen. Wie habe ich geantwortet? Zunächst höre ich genau hin und spüre nach, was mir diese Aussage vermittelt. Ich nehme Unsicherheit wahr, aber auch die Verpflichtung, gewissen Verhaltensidealen entsprechen zu müssen. Hinter dieser Frage können Ängste vor Zurückweisung, vor Auseinandersetzungen stehen, die Befürchtung, nicht gut genug zu sein, aber auch veraltete Rollenbilder, gewisse idealtypische Verhaltensweisen, die Erwartungen erfüllen sollen.

          Nicht laut sein, nicht widersprechen, brav und bescheiden sein

          Nicht fragen, nicht für sich einstehen, nicht mehr wollen, sondern „pflegeleicht“ bleiben, stehenbleiben, schweigen. Vielleicht hat dieser Mensch, der mir diese Frage stellte, unbewusst oder bewusst gewisse Verhaltensnormen von den eigenen Eltern, Erzieherinnen, Lehrerinnen oder anderen Autoritätspersonen übernommen.

          Vielleicht wurde immer nur „Nein“ gesagt und niemals „Ja“.

          Vielleicht kam niemals die Einladung „mach das, probiere es aus, versuche es, mach deine Erfahrungen…“ sondern immer nur „pass auf! sei nicht zu laut, stell nicht so viele Fragen, das gehört sich nicht…“

          Es gibt nicht zu viele Fragen

          Nun, wie habe ich geantwortet? Ich sagte: „Stelle deine Fragen, es gibt nicht zu viele Fragen. Es gibt nur dann zu viele Fragen, wenn die Antworten nicht stimmen oder unzureichend sind.“ Und, bezogen auf den Kontext der Frage,  gab ich dem Menschen mir gegenüber Entsprechendes mit auf den Weg: „Nimm dir Zeit für eine gute Vorbereitung, schau dir deine eigene Situation, deinen Standpunkt an, leite Ziele ab, bereite eine gute Argumentation vor, achte auf Feinheiten in der Kommunikation.“

          Vertrau dir selbst

          Und vor allem: „Vertrau dir selbst, höre auf deine Intuition, spüre, was sich richtig anfühlt und dann heißt es: einfach MACHEN.“

          Was denkst du über diese Frage, hörst du solche inneren, kritischen Stimmen, die dich vom nächsten Schritt zurückhalten wollen, auch öfter als dir lieb ist? Und wie reagierst du dann, was tust du, um hindernde Denkmuster zu überwinden?

          Schreibe mir gern, auch bei deinen Fragen oder wenn du Unterstützung wünschst.

          SUSAN J. MOLDENHAUER

          Autorin | Coach | Speakerin

          Bei Fragen sprich mich gerne direkt an.

          …weil es jeder gemacht hat.

          …weil es jeder gemacht hat.

          LERNE MICH KENNEN.

          „Das haben wir gemacht, weil es jeder gemacht hat. Die Leute haben uns gefragt: Habt ihr auch schon einen Riester-Vertrag?“

          Ist das eine gute Grundlage für eigene Finanzentscheidungen?

          Ein neuer O-Ton, dieses Mal aus einem meiner Finanzcoachings: „Das hat man damals halt gemacht, weil es jeder gemacht hat. Die Leute haben uns gefragt: Habt ihr auch schon einen Riester-Vertrag?“ Gerade der 1. Teil spricht Bände, wie ich finde. Diese Aussage meines Klienten kam geradeheraus, als wir seine Altersabsicherung überprüften und als ich die Frage stellte, aus welchen Überlegungen heraus er den Vertrag abgeschlossen hatte. Heute ist seine Empörung groß. Die Zahlen des Vertrages sind alles andere als berauschend.

          Lauter, bunter Werbung glauben?

          Abgeschlossen wurde der Vertrag kurz nach Einführung des Altersvermögensgesetzes 2002. Dieses bescherte uns, begleitet durch große, bunte und laute Werbekampagnen, eine durch staatliche Zulagen und Sonderausgabenabzug geförderte, privat finanzierte Altersvorsorge, besser bekannt als „Riester-Rente“. Zurück zum O-Ton: Die Summe der eingezahlten Beiträge und der Kapitalstock im Vertrag liegen meilenweit auseinander. Genauer: Es war ein dickes Minus entstanden, selbst unter dem sprichwörtlichen Kopfkissen geparkt wäre die Rendite des eingesetzten Kapitals wohl wesentlich besser gewesen. Jedenfalls nominal betrachtet. Natürlich kann niemand durch die berühmt-berüchtigte Glaskugel schauen, ein Renditeversprechen oder eine hundertprozentige Garantie auf eingezahltes Kapital geben, die nicht verbunden wäre mit Kosten, mit Risiken, mit Wenn-Dann-Szenarien, die in den seltensten Fällen wie prognostiziert eintreffen.

          Es gibt keine Garantie, schon gar nicht auf Sicherheit

          Das galt und gilt immer, vor allem an den Kapitalmärkten. Doch zu investieren, etwas abzuschließen, weil es überall angepriesen wird, weil es alle im Umfeld tun? Ohne das Produkt, die Kostenstruktur und die Passung zur eigenen Situation zu prüfen und das Kleingedruckte wirklich zu lesen? Keine gute Idee, das weiß mein Klient jetzt auch besser.

          Gute Finanzplanung beginnt bei uns selbst

          Deshalb ist es so wichtig,

          • Sich mit Finanzbildung zu befassen
          • Die eigenen Spar- und Anlageziele zu definieren
          • Sich unabhängig beraten zu lassen, am besten mehrere Beratungen zu vergleichen
          • Die richtigen Fragen zu stellen
          • Das Kleingedruckte zu lesen
          • Nicht auf „heiße Tipps“, „das macht man halt so“ zu hören
          • Sich eigenverantwortlich um die Finanzen kümmern und informieren

          Disclaimer: Keine Anlageberatung oder Produktempfehlung. Die Aussagen zum Vertrag beziehen sich auf den, mir bekannten und genau geprüften Vertrag.

          Du wünschst dir Unterstützung bei deinen Finanzen?

          Sparen, Vermögensaufbau, Rente und Co.- klingt viel zu kompliziert? In meinem Finanzcoaching zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deine Finanzen in die Hand nehmen kannst. Ob du bereits Vorwissen hast oder dich noch gar nicht mit deinem Geld beschäftigt hast, wir schauen gemeinsam, an welchem Punkt du stehst und was du brauchst, um mit einem besseren Verständnis und Gefühl deine finanzielle Zukunft zu gestalten. Schreib mir – ich freue mich auf dich!

          SUSAN J. MOLDENHAUER

          Autorin | Coach | Speakerin

          Bei Fragen sprich mich gerne direkt an.